Wie Du schwierige Sachen verarbeitest

Schwierige Sachen - was sind das eigentlich?

Bei solchen Formulierungen oder ähnlichem sind meisten Erlebnisse und Erfahrungen gemeint, die wir nicht gut überwinden können, weil sie uns seelisch überlasten. 

Diese seelische Überbelastung führt dazu, dass uns klar wird, dass unsere Widerstandsfähigkeit an dem Punkt nicht ausreicht und uns so völlig aushebelt. Das kann traumatisch sein.

Beispiele für schwierige Sachen:
Das kann eine Trennung sein, ein Verlust, ein Unfall, Erlebnisse aus der Kindheit, Arbeitsplatzverlust...

Dabei unterscheiden wir zwar, ob etwas akut gerade geschehen ist, vor langer Zeit passiert ist, ein einmaliges Geschehen oder ein chronisches Passieren ist - die Auswirkung bleibt zunächst gleich. Wir erleben ein Gefühl der Ohnmacht und des Kontrollverlustes. Was wir nicht können, ist die Situation zu lösen und wir sind der absoluten Hilflosigkeit ausgeliefert. 

Wir sehen uns mit einer Situation konfrontiert, der wir nicht entkommen können, sondern über uns ergehen lassen müssen. 

Langfristig gesehen schafft eine solche Erfahrung Denk- und Verhaltensstrukturen, die sich ungünstig auf unser weiteres Lebens auswirken können. 

Dazu zählen Ängste und Depressionen, aber natürlich auch Verhaltensweisen, wie: 

  • nicht nein sagen können
  • sich nicht gut genug fühlen
  • beziehungsunfähiges Verhalten
  • Hörigkeit
  • selbstschädigendes Verhalten, wie rauchen, Alkoholkonsum oder zu viel essen
  • und natürlich auch selbstabwertendes Denken (z. B. "Ich bin hässlich")

Natürlich ist das im Alltag einschränkend und wirkt sich auf Dein gesamtes Leben aus. Derartige Verhaltens- und Denkstrukturen sorgen dafür, dass Du Dinge, wie Leidenschaft und Lebensfreude, Klarheit, Standing und Selbstakzeptanz gar nicht so sehr empfinden kannst, wie Du es anders könntest.

Du bist eher damit beschäftigt, alles irgendwie richtig zu machen, Dich selbst zu optimieren durch Diäten, Sport oder anderen Dingen. Dich klein zu machen und völlig unter Deinen Möglichkeiten zu bleiben. 

Stell Dir doch nur mal vor, wer Du wärst, wenn Du anders über Dich denken würdest? Wenn Du Dich selbstfürsorgend verhalten würdest? Wenn Du unabhängig von der Meinung und Zuneigung anderer sein würdest?

Natürlich kannst Du das alles sein. Es gilt schwierige Sachen zu überwinden.


Was Du nicht tun solltest

Nun, die meisten gehen davon aus, dass direkte Konfrontation mit dem Erlebten die Lösung bietet. Man müsse sich das einfach nur nochmal anschauen, analysieren warum das passiert ist, verzeihen und das Geschehen loslassen. 

Tatsächlich funktioniert das so nicht und bewirkt sogar das Gegenteil. Das sollte niemals der erste Schritt sein.

Ist ja auch logisch, denn bei genauer Betrachtung ist nicht das Geschehen das Problem, sondern Deine in dem Moment zu geringe Widerstandsfähigkeit. 

Natürlich sind schwierige Sachen schlimm. Und sie dürfen oftmals auch nicht passieren. Aber sie passieren.

Und da hast Du keinen Einfluss drauf. Zu glauben, dass Du das hättest, ist die größte Falle aller Zeiten: Nur den Grund zu finden, das für Dich zu bearbeiten und dann bist Du ein Lebensthema los, was Dir so nie wieder begegnen wird - Das ist ein Muster, was aus Angst vor weiterem Kontrollverlust geprägt ist. DAS ist keine Lösung. 

Die Wahrheit ist: Du hast nicht immer Einfluss. Manchmal passieren schlimme Dinge einfach. 


Was Du tun kannst, denn darauf hast Du Einfluss:

Du kannst Deine Widerstandsfähigkeit stärken. Und genau das solltest Du auch tun. Konsequent. Warum liegt auf der Hand: Zum einen, damit Du besser mit schwierigen Situationen in der Zukunft umgehen kannst.

Zum anderen - und das ist jetzt wichtig - damit Du bisherige Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitest. Ja. Durch die Stärkung der Widerstandskraft verarbeitest Du. Und Du legst dabei alles ab, was Du an selbstschädigenden Denken und Verhaltensmustern an den Tag legst.

In der Traumatherapie geht man sogar davon aus, dass 90% Stärkung ist und nur 10% Konfrontation. In den meisten Fällen ist diese sogar gar nicht mehr nötig. 

Was wir meisten allerdings machen, ist uns ständig (bewusst oder unbewusst) zu konfrontieren und somit verlieren wir immer weiter ein Stück unserer Stärke. 

Wie stärkst Du Dich also?

Was gleich so unglaublich banal und unspektakulär klingt, ist enorm wirksam, nachhaltig und essentiell: 

  • Schreib auf, was Du kannst und ergänze das immer wieder. Lies Dir das täglich durch oder hänge es irgendwo auf, wo Du es immer gut sehen kannst. Das können übrigens kleine, vielleicht sogar selbstverständliche Dinge sein. Das spielt keine Rolle - nimm alles, was Dir in den Sinn kommt auf. 
  • Schreib auf, was Dich ausmacht und ergänze das immer wieder. Auch hier - beschäftige Dich damit jeden Tag. 
  • Übe Dich in positiven Imaginationsübungen (mehr dazu in Kürze hier). Diese Übungen sind recht einfach: Mit geschlossenen Augen machst Du eine Reise, wie eine geführte Meditation. In Deiner Vorstellung führst Du Handlungen durch, die schwierige Sachen von Dir weghalten. Du baust Dir einen Werkzeugkoffer voller Möglichkeiten und Kontrolle auf. Eine sehr bekannte Übung ist die "Tresorübung". Dort verschliesst Du alles, was Dich belastet - an Menschen, Erinnerungen, Bildern usw. - in einen Tresor, den Du fest verschliesst. Somit erhältst Du die Kontrolle darüber, was Du verpackt hast und es überrennt Dich nicht mehr. Imagination ist ein mächtiges Werkzeug, da Dein Gehirn zwischen Vorstellung und Realität nicht unterscheiden kann. Alles, was Du Dir vorstellst, ist für das Hirn wahr. 
  • Beschäftige Dich mit Deinen inneren Helfern (mehr dazu in Kürze hier). Im Schamanischen nennt man es das Krafttier, nenn es, wie Du magst. Kreiere in einer Imaginationsübung Deinen inneren Helfer. Jemand oder etwas was ausschließlich gut für Dich ist. Dich beschützt, Dir zur Seite steht und helfen kann. Statte ihn mit allem aus, was es für Dich braucht. Versuch Deinen inneren Helfer visuell zu Papier zu kriegen. Mal Deinen inneren Helfer und häng ihn Dir dorthin, wo Du ihn täglich sehen kannst. 
  • Achte auf Dich und Deine Bedürfnisse. Handle danach. Das braucht oft etwas Übung, aber reagiere nicht immer wie gewohnt oder gar sofort. Geh immer für ein paar Sekunden in Dich und frag Dich: Will ich das? Will ich das? Will ich das? Übe Dich auch darin, konsequent danach zu handeln. Stell Dir auch immer wieder die Frage: Was brauche ich jetzt?
  • Umgib dich mit Menschen, die optimistisch und stärkend sind. Die es gut mit Dir meinen und bei denen Du weder funktionieren, noch gefallen musst. Die einen Umgang leicht machen. 
  • Sei Dir selbst am wichtigsten und stell Dich immer wieder auf die oberste Prioritätsstufe.
  • Finde heraus, wer Du wirklich bist, was Dir gefällt und wo es Dich hinzieht. Zieh in Betracht, dass es noch viel mehr gibt, als das, was Du aktuell über Dich weißt. Probiere einfach mal neue Dinge aus und schau, was es mit Dir macht. 
  • Sorge dafür, dass Du viel Zeit für Dich hast. Auch in Ruhe. Das sorgt dafür, dass Du bei Dir bist und Dich auf Dich konzentrieren kannst. Es braucht Zeit mit Dir allein, um Deine Bedürfnisse zu erkennen. Dafür musst Du nicht meditieren oder sonst was veranstalten. Es reicht, wenn Du einfach mal nur mit Dir bist. 


Was wichtig ist:

Ich sagte es ja schon - es klingt so banal. So einfach. So unwichtig. Wir wollen meist den großen Knall, die Erleuchtung und alles ist gut. Aber so ist es nicht. 

Vielmehr sollten wir lernen, wie selbstfürsorgendes Denken und Handeln geht. Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Selbstfürsorge ist essentiell und sorgt dafür, dass Du besser über Dich denkst und Dein Leben sich hin zum Positiven verändert. 

Du wirst nie Selbst- und Körperakzeptanz für Dich erfahren, wenn Du nicht anfängst, Dich um Dich selbst zu kümmern. Führst Du die oben aufgeführten Punkte für Dich regelmäßig durch, wirst Du sehr bald einen besseren Bezug zu Dir bekommen und einiges an ungünstigen Denk- und Verhaltensweisen ablegen. 

Es braucht kein großes Ding. Es reicht, wenn Du diese Punkte durchführst. Es wird Dir vermutlich sogar Spaß machen. Und guck: Es darf auch leicht sein. 


Brauchst Du Unterstützung? Dann nimm jetzt mein Angebot wahr, Dir bei einem kostenlosem Gespräch weiterzuhelfen. Nach dem Gespräch wirst Du einen Fahrplan haben, wie es gut für Dich weitergehen kann und was Du konkret tun kannst.

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