Anti-Angst-Tipps – warum Du entdramatisieren solltest

Lass uns heute über Angst sprechen. 

Denn: Angst ist eine fiese Angelegenheit. Sie hindert Dich daran, den entscheidenen nächsten Schritt in Deinem Leben zu gehen. Sie hält Dich vom Wachstum und der Veränderung ab. Und das oftmals unbemerkt. Wir machen bestimmte Dinge einfach nicht. Oder manches "passt" nicht zu uns. Oder es liegt außerhalb dessen, was uns überhaupt in den Sinn kommt. 

Das ist mega schade. Denn dadurch schränken wir uns ein, verpassen und vermeiden Sachen, die uns neue Erfahrungen und Erlebnisse bringen. Und: Die unseren Handlungsspielraum vergrößern, denn desto mehr ich weiß und erlebt habe, desto mehr Möglichkeiten sehe ich und kann sie nutzen. 

Grundsätzlich hat jeder Mensch Angst, denn natürlich ist sie hilfreich und hilft uns, den Weg über die Strasse ohne größere Schäden zu überstehen. Doch diese Art von Angst ist nicht die, die uns im Weg steht, sondern vielmehr die, die uns abhält Dinge zu tun, die realistisch gesehen, uns eben nicht umbringen werden.

Angst ist ein mentales Konstrukt, dass seinen Ursprung meist in den Gedanken hat.

Der Ablauf ist dabei immer gleich: 

Es gibt eine Situation, die zunächst erstmal sachlich ist. Im zweiten Schritt bewerten wir die Situation für uns und hegen dazu einige Gedanken. Je nachdem, wie diese Gedanken aussehen, entsteht dabei das Gefühl der Angst, das wiederum dafür verantwortlich ist, wie wir uns verhalten. 

Schlimmer noch: Wir malen uns im Kopf Worst Case-Szenarien aus, was dafür sorgt, dass wir Angst empfinden und den nächsten Schritt nicht gehen. Es entsteht ein Drama im Kopf. 

Und Drama ist eben nicht immer angebracht. Steckst Du aktuell in einem brennenden Haus fest?

Dann wäre Deine Angst berechtigt. Und tatsächlich angebracht.
Doch wann ist denn wirklich mal eine Notfallsituation? Genau. So gut wie nie.

Die meisten Situationen sind da im Vergleich recht harmlos und durch eine andere Bewertung unsererseits recht gut zu bewältigen. 

Unsere Gedanken entstehen meist durch Erfahrungen, Erziehung und die eigene Einstellung. Also: Alles veränderbar. Und kein Hexenwerk. Packen wir es an: 

Dazu schauen wir uns die Hauptängste, auf die sich alle Ängste zurückführen lassen, mal genauer an.

  • Angst vor Versagen
  • Angst vor der Zukunft
  • Angst vor Armut
  • Angst vor Ablehnung
  • Angst vor Verantwortung
  • Angst vor Autoritäten
  • Angst vor der Vergangenheit


Jede Angst wird durch Gedanken hervorgerufen. Doch wo kommen diese Gedanken her?

Meist aus Gelerntem bzw. Übernommenem aus dem Elternhaus und auch aus Erfahrungen, die wir selbst gemacht haben und meistens ungünstig bewertet haben.

Doch mach Dir klar, dass es nur ein mentales Konstrukt ist - diese Angst.

Du hast jederzeit die Möglichkeit Deine Perspektive zu wechseln, die Situation neu zu bewerten und somit Deine Gedanken zu ändern.

Mach Dir außerdem deutlich, dass Gelerntes aus dem Elternhaus zwar prägt, aber nicht richtig sein muss. Und übrigens auch in den wenigstens Fällen wirklich richtig ist, sondern vielmehr ein Gedankenkonstrukt Deiner Eltern. Und das muss auch nicht stimmen. 

Nimm das Beispiel Angst vor Armut.

Wie wurde in Deinem Elternhaus das Thema Geld gesehen?

"Wenn Du Geld brauchst, dann müssen wir den Papa fragen."
Was lernt man daraus? Dass Geld verdienen offensichtlich Männern vorbehalten ist und Frauen da keine Chance haben.

Oder: "Geld verdirbt den Charakter!"
Also darf man nicht viel Geld besitzen, wenn man ein guter Mensch sein möchte.

Oder nehmen wir die Angst vorm Versagen.

"Was sollen denn die Leute denken?"
Oder gab es solche Dinge wie, wenn Besuch kommt, dann wurde extra aufgeräumt?

Oder kennst Du solche Sätze, wie."Nur eine 3 in Mathe? Das enttäuscht mich aber. Dafür musst Du jetzt..."

Du kennst solche Sätze...

Der erste notwendige Schritt ist, dass Du für Dich jetzt schaust, welche Werte Dir im Elternhaus vermittelt worden.

Geh dabei ganz bewusst die 7 Hauptängste durch und schau, welche Art zu Denken, Dir Deine Eltern mit auf dem Weg gegeben haben.

Es gab bestimmt dieses eine Gedankenmuster und so typische Sätze:
Gedankenmuster: "Geld ist nicht gut"
Typischer Satz: "Über Geld spricht man nicht." 

Dabei wirst Du vermutlich nicht jede Angst präsent haben, sondern vielleicht 2-3, die bei Dir sehr stark im Vordergrund stehen. 

Nimm die Ängste, die für Dich relevant sind und finde das Gedankenmuster und den typischen Satz dazu.

Der nächste Schritt ist, dass Du Dir neue Gedankenmuster und hilfreiche Sätze überlegst, die vermutlich hilfreicher wären. Um beim Beispiel zu bleiben, hier ein Vorschlag: 
Gedankenmuster: "Geld ist etwas Gutes."
Typischer Satz. "Durch Geld eröffnen sich mir mehr Möglichkeiten." 

Aber Achtung!

Die neuen Gedanken musst Du im Kopf logisch nachvollziehen können. Du musst sie nicht sofort glauben oder für Dich sofort als gesetzt sehen, aber es muss so logisch sein, dass es im Bereich des Möglichen ist. 

Im besten Fall bekommst Du bei dem neuen Satz eine entspannte Haltung dazu. Ansonsten ist es nur ein x-beliebiger Satz, mit dem Du nichts zu tun hast. Das ist eine Methode, die nicht funktioniert!

Der dritte Schritt geht in die direkte Umsetzung.

Bedeutet: Sobald Du mit der jeweiligen Angst konfrontiert bist, mach Dir klar, dass es die Gedanken waren, die das ausgelöst haben. Bewerte die Situation ganz bewusst neu durch Dein neues Gedankenmuster. Du wirst sehen, es entspannt sich sofort und Du wirst ganz neue Erfahrungen machen!

Wenn das mit den Gedanken nicht sofort funktionieren mag, dann stell für Dich die Worst Case-Frage: "Was kann im schlimmsten Fall passieren?"
Und dann spiele das Szenario einmal im Kopf durch. Ist es wirklich so dramatisch? Was ist das Schlimmste was passieren kann?
Dann stell die Wahrscheinlichkeitsfrage: "Wie wahrscheinlich ist es, dass genau das wirklich passiert?" Beantworte sie realistisch.

Das entdramatisiert sofort und Du kannst Dich weiter mit Deinen neuen Gedanken üben 🙂 

Neues zu üben braucht Zeit, also geh lieb mit Dir um <3 

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